← Blog

Farbwahl und Layout in Power BI: Warum Design keine Nebensache ist

Gutes Design in Power BI ist kein Luxus, sondern eine Frage der Verständlichkeit. Wie Farben und Layout die Interpretation von Daten prägen – und warum Unternehmen hier oft Potenzial verschenken.


Farbwahl und Layout in Power BI: Warum Design keine Nebensache ist

Ein häufiges Problem in Unternehmen zeigt sich beim Blick auf selbst erstellte Power BI-Dashboards: Daten sind vorhanden, die Metriken stimmen, aber niemand versteht auf Anhieb, was die Grafiken eigentlich aussagen sollen. Das liegt selten an fehlenden Kennzahlen – meist ist es eine Frage des Designs.

Wir möchten in diesem Artikel darüber sprechen, warum Farbwahl und Layout in Power BI mindestens genauso wichtig sind wie die dahinterliegende Datentechnik. Nicht aus ästhetischen Gründen, sondern weil gutes Design direkt bestimmt, ob Entscheider Ihre Daten verstehen – oder frustriert daneben vorbeiblicken.

Das unsichtbare Problem: Warum schlechtes Design teuer ist

In vielen Unternehmen werden Reports und Dashboards mit dem Mindset erstellt: “Hauptsache, die Zahlen stimmen.” Das Resultat sind Visualisierungen, die zwar technisch korrekt sind, aber dem Betrachter zu viel auf einmal zumuten. Zwölf verschiedene Farben auf einer Seite, unleserliche Achsenbeschriftungen, ein Layout, das wirkt, als hätte man alle verfügbaren Grafiken einfach nebeneinander gepflückt.

Das kostet Geld – nicht sofort sichtbar, aber real. Weil Geschäftsführer länger brauchen, um die wesentlichen Erkenntnisse zu extrahieren. Weil Entscheidungen langsamer fallen. Weil der Report am Ende in einer Schublade landet, weil niemand Zeit hatte, ihn wirklich zu durchdringen.

Wir erleben oft, dass Unternehmen investieren in bessere Datenquellen und komplexere Modelle, aber die Darstellung vernachlässigen. Das ist, als würde man ein Haus auf solidem Fundament bauen, aber die Fenster so klein machen, dass keiner die Räume sehen kann.

Farbwahl: Mehr als Geschmack

Farbe ist in der Datenvisualisierung ein Werkzeug – nicht Dekoration. Sie lenkt den Blick, unterscheidet Kategorien und vermittelt Bedeutung in Millisekunden.

Ein häufiger Fehler: Zu viele Farben auf einmal nutzen. Wenn ein Balkendiagramm zehn verschiedene Abteilungen in zehn verschiedenen Farben darstellt, kann das menschliche Auge die Information nicht schnell verarbeiten. Ein besserer Ansatz wäre, zwei oder drei Farbtöne strategisch einzusetzen – etwa eine Farbe für die wichtigste Kategorie, Grautöne für die anderen.

Ein anderes Beispiel: Rot und Grün nebeneinander zu nutzen, um “Ziel verfehlt” und “Ziel erreicht” auszudrücken, funktioniert prima auf dem Bildschirm – aber nicht, wenn die Person, die das Dashboard nutzt, farbenblind ist oder den Bericht ausdruckt. Bessere Alternativen wären helles und dunkles Grau, oder Farbtöne wie Blau und Orange, die auch bei Sehschwächen unterscheidbar bleiben.

Wir empfehlen, sich ein Farbschema zu überlegen, das konsistent ist. Das bedeutet: Wenn Rot im Dashboard immer “kritisch” bedeutet, muss das überall so sein. Wenn eine Abteilung einmal Blau ist und dann Grün, entsteht Verwirrung. Ein einheitliches Farbschema – am besten dokumentiert – spart Verwirrtheit und macht Reports intuitiv verständlich.

Layout: Die unsichtbare Struktur

Wir sehen oft Dashboards, die wirken wie Dartscheiben: Überall hängen Diagramme, ohne erkennbarem Plan. Das Auge weiß nicht, wo es anfangen soll. Wo ist die wichtigste Information? Was gehört zusammen? Warum stehen diese Grafiken gerade nebeneinander?

Ein strukturiertes Layout sollte dagegen funktionieren wie eine Zeitung: Das Wichtigste oben links, verwandte Informationen logisch gruppiert, Weißraum genutzt, um die Lesbarkeit zu verbessern. Nicht, weil Ästhetik wertvoll ist, sondern weil dies die Informationsaufnahme beschleunigt.

Praktisch bedeutet das: Eine Seite für ein Thema – nicht fünf verschiedene KPIs durcheinander gewürfelt. Zusammenhängende Grafiken sollten räumlich zusammen angeordnet sein. Ein Sales-Dashboard könnte zum Beispiel oben den Gesamtumsatz zeigen, darunter Umsatz nach Region, daneben Umsatz nach Produkt – alles Aspekte der gleichen Geschichte, logisch organisiert.

Wir empfehlen auch, mit Größe bewusst zu arbeiten. Eine Grafik, die größer ist, bedeutet optisch: Das ist wichtiger. Nutzen Sie diesen Effekt gezielt. Der KPI, den die Geschäftsführung täglich überprüfen muss, sollte schnell sichtbar und groß sein. Detailinformationen können kleiner sein.

Typografie und Lesbarkeit

Ein Design-Aspekt, der überraschend oft übersehen wird: die Schrift. Eine 8-Punkt-Schrift auf einem Bildschirm, den man täglich ansieht, führt zu Augenschmerzen und Unmotivation. Achsen-Labels, die diagonal stehen und sich überlappen, weil Platz gespart werden sollte, machen den Report frustierend.

Wir sehen auch häufig Fälle, wo vier verschiedene Schriftgröße und Gewichtung auf einer Seite verwendet werden – was keine klare Hierarchie schafft, sondern Chaos. Besser: Zwei bis drei Größen, konsistent eingesetzt. Eine für Überschriften, eine für Labels, eine für das kleine Kleingedruckte.

Was bedeutet das praktisch?

Wenn wir ein Dashboard neu aufbauen oder überarbeiten, starten wir nicht mit der Frage “Welche KPIs brauchen wir?”, sondern “Wer schaut sich das an, und was muss diese Person in den ersten fünf Sekunden verstanden haben?” Dann strukturieren wir alles daran aus. Farben bekommen eine feste Bedeutung. Das Layout folgt einer klaren Hierarchie. Die Schrift ist groß genug, dass man es gerne liest.

Es ist nicht kompliziert – aber es ist auch nicht nebensächlich. Ein gut gestaltetes Dashboard wird genutzt. Ein schlecht gestaltetes nicht. Und das macht den Unterschied zwischen einem Report, der Entscheidungen beschleunigt, und einem, der ignoriert wird.

Ein Anfang

Wenn Sie Ihre bestehenden Power BI-Dashboards überprüfen möchten, können Sie mit einer einfachen Frage starten: Könnte ich diese Grafiken in fünf Sekunden verstehen, wenn ich sie noch nie gesehen habe? Falls nicht, liegt das Problem wahrscheinlich im Design – nicht in den Daten.

Wir unterstützen Unternehmen gerne bei der Überarbeitung von Reports und Dashboards, um sie verständlicher und nutzbarer zu machen. Falls Sie unsicher sind, wie das in Ihrer Situation aussehen könnte, sprechen Sie gerne mit uns.

Bereit, Ihre Daten in Ordnung zu bringen?

Ich helfe mittelständischen Unternehmen, verlässliche BI-Strukturen aufzubauen.

Projekt anfragen →